„Ihr seid nicht schuld an dem, was war, aber verantwortlich dafür, dass es nicht mehr geschieht.“

Max Mannheimer 1920-2016, Holocaust-Überlebender

Am 27.01.2020 wurde das Konzentrationslager in Ausschwitz befreit. Zahlreiche ehemalige Häftlinge nahmen, neben hochrangigen Politikern, an der Gedenkfeier teil.
Max Mannheimer überlebte die Konzentrationslager Theresienstadt, Auschwitz-Birkenau und Dachau. Am 6. Februar 2020 wäre Max Mannheimer 100 Jahre alt geworden. Wie er, so appellierten auch die ehemaligen Häftlinge bei der Gedenkfeier in Ausschwitz, „dass diese schrecklichen Dinge nie wieder geschehen“ dürfen.
Zu Lebzeiten trat Max Mannheimer als Zeitzeuge auf und hat in Vorträgen und Gesprächen vom Massenmord an den europäischen Juden berichtet. Eindrucksvoll und ohne erhobenen Zeigefinger erzählte er, vor allem den jüngeren Generationen, von der Deportation, den Lagern, dem Mord der Deutschen an seinen Eltern, Geschwistern und seiner Ehefrau.
Diese Aufgabe hat jetzt Michael Stacheder, Schauspieler und Regisseur aus Bad Aibling, übernommen. Eindrucksvoll las er, vor ca. 300 Schüler*innen und ihren Lehrer*innen unserer Schule, aus dem Buch „Spätes Tagebuch“ von Max Mannheimer.
Das Gemurmel in der Mensa verstummte, als Micheal Stacheder die Lesung begann. Mit ruhiger, betonter Stimme schildert er, teilweise bis in das kleinste, erschütterndste Detail, was einem Menschen in dem von den Deutschen entfesselten Inferno zustoßen konnte: Demütigung, Vertreibung, Internierung im Ghetto, Tod fast der ganzen Familie in der Gaskammer, Arbeitslager und KZ, Hunger, Krankheit und Misshandlung. Nur durch ein Wunder hat Max Mannheimer dies überlebt.
Musikalisch begleitet wurde Micheal Stacheder von Martin Schlumberger mit dem Akkodeon.

Im Namen unserer Schüler*innen und Lehrer*innen möchte ich mich ausdrücklich für diese durchaus gelungene Veranstaltung bedanken und ich versichere, dass an unserer Berufsschule das Vermächtnis von Max Mannheimer weitergetragen wird.

Ulrike Mieck, OStRin
Fachbetreuerin Deutsch / Sozialkunde